Perspektive für Ältere - Das „Sächsische Landesnetzwerk 50+“ will die Beschäftigungschancen von Langzeitarbeitslosen über 50 erhöhen
Am 21. April 2010 wurde im Foyer der Sächsischen Aufbaubank eine Ausstellung des sächsischen Landesnetzwerks 50+ eröffnet, die über Projekte zur Verbesserung der Chancen Langzeitarbeitsloser über 50 berichtet. Die Projekte haben darüber hinaus auch gemeinsam, dass sie aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert werden.
Vor diesem Hintergrund stellte die Sächsische Aufbaubank die Ausstellungsfläche für 3 Wochen zur Verfügung, um Unternehmer, Partner der SAB und geförderte Träger und Personen, die tagtäglich in der SAB zu Besuch sind, auf die Chancen, die ältere Arbeitnehmer in Sachsen haben, aufmerksam zu machen.

An der Eröffnungsfeier nahmen Vertreter des SMWA, der Sächsischen Aufbaubank, verschiedener ARGEN und Optionskommunen der Regionen sowie weitere Interessierte teil.
Die Ausstellung ist bis 11. Mai 2010 im Foyer der SAB zu sehen.
Wie können die Beschäftigungschancen langzeitarbeitloser älterer Menschen entscheidend erhöht werden? Dieser Frage widmet sich das Programm „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“. Das Programm wurde im Jahr 2005 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiiert. Mit Hilfe von Bildung und individueller Betreuung sollen Langzeitarbeitslose im Alter zwischen 50 und 64 Jahren zielgerichtet für den ersten Arbeitsmarkt qualifiziert werden. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Bundes, des Landes und des Europäischen Sozialfonds.
In Sachsen haben sich zur Umsetzung des Programms „Perspektive 50plus“ drei Beschäftigungspakte in den Regionen Bautzen, Leipzig und Vogtland etabliert.Unter dem Namen „Sächsisches Landesnetzwerk 50+“ arbeiten sie seit einiger Zeit eng zusammen und tauschen ihre Erfahrungen aus. Dabei stehen im Blickpunkt Fragen wie zum Beispiel: Wie können die Kompetenzen der Teilnehmer bestimmt, bewertet und in Bezug auf die Anforderungen des jeweils regionalen Arbeitsmarktes genutzt werden? Wie werden Qualifikationsanforderungen identifiziert und konzipiert? Ein weiteres Anliegen des Landesnetzwerkes ist es, die Projektarbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Dazu ist u. a. eine Wanderausstellung mit Einzelfallbeispielen - stellvertretend für viele, die sich dank des Projektes bereits wieder in Arbeit befinden, geplant.
TOP 50+ für Ostsachsen
„Marlies D. war Teilnehmerin von 50+ in der Region Bautzen. Sie verfügt über mehrere Berufsabschlüsse: Schlosserin, Maschinenbauingenieurin, Fachkauffrau Handwerkswirtschaft. Sie kann langjährige Erfahrung in Betriebsorganisation, Buchhaltung und als Bürokauffrau nachweisen. Zuletzt hatte sie sich als Reinigungskraft betätigt. Im Anschluss an die Qualifizierung im Projekt absolvierte sie ein Praktikum in der Firma Neukircher Zwieback und arbeitet seit August 2009 nun fest als Bürokraft“, berichtet Prof. Gerald Svarovsky von der DSA GmbH, Projektträger für die Region Bautzen.
Individualisierte Weiterbildung 50+
„Im Projekt „Individualisierte Weiterbildung 50+“ werden klassische Wege und Formen der Qualifizierung verlassen, um mit Hilfe auf die Einzelperson abgestimmter Bildungspläne über einen längeren Zeitraum an der Weiterentwicklung persönlicher, sozialer und fachlicher Kompetenzen zu arbeiten. Die Besonderheit dabei ist, dass berufliche Fähigkeiten direkt am Arbeitsplatz in ausgesuchten KMU der Region Leipzig unter Anleitung betrieblicher Experten qualifiziert werden“, so Frank Schott von ARBEIT UND LEBEN Sachsen.
„Der Ansatz der PUUL GmbH ist neben der Fortentwicklung persönlicher und sozialer Kompetenzen der Teilnehmenden durch gezielte fachliche Weiterbildung für den 1. Arbeitsmarkt geprägt. Wir setzen auf kompakte Qualifizierungen für verschiedene Tätigkeitsfelder entsprechend der bisherigen Berufserfahrungen, Fähigkeiten und Interessen unserer Teilnehmenden. In kleinen Lerngruppen können die Teilnehmenden Ihr fachliches Know-How auffrischen, vertiefen und in der Praxis
trainieren. Der Fokus liegt hierbei auf sozialen Berufen, kaufmännisch-verwaltenden Tätigkeiten, Berufen in der Logistik und Produktion, praktisch-handwerklichen Tätigkeiten sowie serviceorientierten Berufen“, so Torsten Oertel von der PUUL GmbH.
Vital 50+ Ziel Z
„Wenn Unternehmen auf das Potenzial Älterer setzen, profitieren sie nicht zuletzt selbst davon“, meint Herbert Pscherer vom Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH als Koordinator für den Beschäftigungspakt 50+ im Vogtlandkreis und Landkreis Zwickau. „Der Beschäftigungspakt zeigt neue Wege auf, wie regionale Netzwerke und Gestaltungskraft vor Ort die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbessern und den Wiedereinstieg unterstützen. Seit dem Programmstart im Oktober 2005 wurde eine Vielzahl älterer Langzeitarbeitsloser in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse vermittelt. Die Integrationserfolge und die Aussagen der Unternehmen zeigen, dass die wertvollen Eigenschaften älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder stärker anerkannt und geschätzt werden.“
Netzwerkpartner:
Individualisierte Weiterbildung 50+
Region: Leipzig, Leipziger Land, Delitzsch, Oschatz/Torgau:
ARBEIT UND LEBEN Sachsen
und
PUUL GmbH
Vital 50+ Ziel Z
Region: Vogtland, Plauen, Zwickau Stadt, Chemnitzer Land
BILDUNGSINSTITUT PSCHERER gGmbH
TOP 50+ für Ostsachsen
Region: Bautzen, Kamenz, Hoyerswerda:
